Kultiviert, kulturell, kultisch

 

 

Organische Verbindung mit dem Wasser

 

Bydgoszcz (Bromberg)

 

Die Brda und der Bromberger Kanal, welche die Stadt durchfließen, bilden ihre einzigartige Atmosphäre. Die Stadt Bydgoszcz schenkt ihrer Geschichte – insbesondere der Geschichte vor 150 Jahren – Gehör. Es war die Blütezeit von Bydgoszcz – hier entwickelten sich die Industrie, der Handel und das Handwerk. Eine reißende Strömung des Flusses und zahlreiche Schleusen des Bromberger Kanals, der wie eine Wasserstraße die Stadt mit Ost- und Westeuropa verband, gestalteten den Rhythmus der Stadt.

 

Die Młyńska-Insel (Mühleninsel) ist eine Grünanlage im Stadtkern selbst und zweifelsohne einer der reizvollsten Orte. Von dem die Insel umgebenden Fluss Młynówka wachsen Bebauungen aus dem 19. Jahrhundert empor, die als Venedig von Bydgoszcz bezeichnet werden. Beim Spaziergang auf der Mühleninsel lohnt es sich, Museen und Galerien zu besichtigen, die in Mühlen und Speichern aus dem 19. Jahrhundert ihren Sitz haben. Die Lage an dem internationalen Wasserweg E-70 (Berlin-Königsberg) garantiert der Stadt eine Verbindung mit dem inländischen System von Binnenwegen mittels des die Wisła (Weichsel) mit der Odra (Oder) verbindenden Knotenpunktes. Ein in die Nachbarschaft der historischen Rother-Mühlen eingebauter moderner Yachthafen erwartet die Wassersportler. Nahe gelegene Brücken und Stege führen zu reizvollen Winkeln der Innenstadt von Bydgoszcz, dessen Jugendstilgebäude in Begeisterung versetzen. Davon, wie reizvoll die Stadt aus der Wasserperspektive aussieht, kann man sich während einer Fahrt mit dem Wasseromnibus und einer Wanderung die Wasser-, Industrie- und Handwerksroute TeH2O entlang überzeugen. Das ist eine Themenroute im Industriebereich, welche die Geschichte von fünfzehn Orten im Stadtgebiet miteinander verknüpft. Die am Ufer der Brda (Brahe) stolz emporragende Nova-Oper stellt eine außergewöhnliche Kunstszene nicht nur in unserer Region dar. Zu dieser Gruppe sind ebenfalls die Pomorska-Philharmonie und das Polski-Theater zu zählen.

 

Mühleninsel

Internationales Kunstfestival für Kameraleute CAMERIMAGE

 

Gotik, Kopernikus, traditioneller Lebkuchen

 

Toruń (Thorn)

Gotische Gassen der Stadt regen die Vorstellungskraft an und versetzen uns in andere Zeiten. Das Verständnis dafür, dass in Toruń ein Astronom geboren wurde und aufgewachsen ist, der „die Sonne angehalten und die Erde in Bewegung gesetzt hat”, flößt Respekt ein und veranlasst dazu, die Geschichte dieser Hansestadt zu vertiefen. Der hier seit Jahrhunderten hervorgezauberte würzige Leckerbissen und damit verbundene Sagen bewirken, dass man hierher wiederkommen, in hiesigen Schlupfwinkeln herumirren  und Geheimnisse von Toruń enthüllen will.

 

Das Rathaus, monumentale Kirchen, reizvolle Mietshäuser, Speicher – hier ist die Gotik wirklich hautnah. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der mittelalterliche Stadtkomplex von Toruń zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Schutzmauern mit Toren und Basteien sowie Burgruinen sind Überreste der Gründer der Stadt – Ritter des Deutschen Ordens. Wer mutig ist, unterzieht sich am Schiefen Turm dem „Test der Rechtschaffenheit”. Wenn er im Stande ist, Gleichgewicht zu halten, indem er mit seinem Rücken die Wände des Gebäudes berührt, demonstriert er in aller Öffentlichkeit seine Ehrlichkeit und Treue.

In dem Lebendigen Lebkuchenmuseum, das man 2012 in der Abstimmung der Zeitschrift National Geographic Traveler für eines der 7 neuen Wunder in Polen hielt, sowie in dem Thorner Lebkuchenmuseum kann man nicht nur würzige Leckerbissen kosten, sondern auch an dem Lebkuchenbacken und -verzieren teilnehmen. Es ist lohnenswert, zu prüfen, ob es von der Kopernikus-Stadt den Sternen näher ist, wenn man das Familienhaus des Astronomen besucht und in dem Planetarium in Toruń die Raumfahrt aufnimmt. Die Stadt wird ebenfalls Militaria-Liebhaber beeindrucken – die Festung Toruń ist eine der riesigsten Befestigungsanlagen in Polen. In dem Fort IV werden die Besucher das Leben in der Kaserne kennen lernen und bei der Besichtigung mit Fackeln der unterirdischen Tunnel Momente der Angst durchleben.

Liebhaber der Wissenschaften und der selbständig vorgeführten Experimente  werden durch das Zentrum der Modernität – Mühle des Wissens eingeladen. Toruń ist eine an hervorragenden Ereignissen reiche Stadt. Bella Skyway Festival – das ist wirklich eine Lichtexplosion. Die Altstadt in Toruń verändert sich und sie versetzt die Zuschauer in die überirdische Dimension. Wenn man in Toruń wenn auch nur für einen Moment Aufenthalt nimmt, soll man einen Spaziergang den Kai entlang unbedingt machen – zu jeder Zeit des Tages und in jeder Jahreszeit ist das sich in der Wisła widerspiegelnde Toruń ein unvergesslicher Blick.

 

Lebendiges Lebkuchenmuseum

Władysław-Dziewulski-Planetarium

Fort IV – Yorck – Żółkiewski

Bella Skyway Festival

 

Liebe auf den ersten Blick

Chełmno

Das malerisch auf neun Hügeln gelegene Städtchen zieht hierher wegen seines reizvollen Panoramas an, dessen Grenzen Türme der gotischen Kirchen abstecken. Unter den aus Backsteinen gebauten Baudenkmälern werden Sie eine außergewöhnliche Stimmung dieser auf der Europäischen Route der Backsteingotik gelegenen Altsstadt mit einer reichen Geschichte empfinden.

 

Die Geschichte der Stadt ist mit dem Deutschen Orden untrennbar verbunden. Der Deutsche Orden verlieh Chełmno das Anlegungsrecht, das sog. „Kulmer Recht” und bezeichnete die Stadt als die „Hauptstadt”. Bis zum 18. Jahrhundert war dieses Dokument ein Muster für die Gründung von über 200 Städten, u.a. von Warszawa (Warschau), Toruń, Gdańsk (Danzig) und Wadowice. Auf dem Gebiet des historischen Kulmer Landes ist in dem 13. Jahrhundert eine Kette von Festungsbauten entstanden. Ein Miniaturenpark der Burgen des Deutschen Ordens erinnert heutzutage an ihre Konstruktionen. Chełmno rühmt sich der längsten Schutzmauer in Europa, der mittelalterlichen schachbrettartig angelegten Gassen und des den Markt verzierenden architektonischen Juwels – des Gotik- und Renaissancerathauses. Die Pfarrkirche – eine von sechs erhaltenen gotischen Kirchen, ist ein Ort, zu dem alle Verliebten kommen. Die dort aufbewahrte Reliquie des Hl. Valentin ist ein Beitrag dazu geworden, dass die alte Stadt aufs Neue aufblüht – jetzt als Chełmno – die Stadt der Verliebten®. Alljährlich am 14. Februar wird hier der „Valentinstag von Chełmno“ im großen Stil gefeiert. Im Sommer bilden die Baudenkmäler einen einzigartigen Schauplatz während der Kunstworkshops, Freilichtveranstaltungen und bunter, regionaler Jahrmärkte. Im Jahr 2015, in der Abstimmung der Zeitschrift National Geographic Traveler, wurde Chełmno als eines der 7 neuen Wunder Polens gewählt.

 

Chełmno – Stadt der Verliebten®

 

Die Stadt wird von Menschen bestimmt

 

Grudziądz

 

Obwohl die Baudenkmäler in Grudziądz in ihrer Bedeutung und ihrem Reiz anderen am Fluss Wisła (Weichsel) gelegenen historischen Städten nicht nachstehen, finden Sie hier Beweise dafür, dass die Atmosphäre des Ortes vor allem durch seine Einwohner geschafft wird. „#gru” bedeutet eine Marke aller Einwohner von Grudziądz und „wurde gebildet, um die Einwohner zu integrieren, sie mit Stolz zu erfüllen und zum Handeln zu ermuntern”. Das verspürt man in der Straßenbahn, in dem Café, auf dem Markt und es kommt in außergewöhnlichen Unternehmungen und in dem alltäglichen Bewusstsein, dass jeder Botschafter seiner Stadt sein kann, zum Ausdruck.

 

Das Panorama von Grudziądz ist durch in dem europäischen Maßstab einzigartige Speicher gekennzeichnet, die hoch über das Ufer der Wisła (Weichsel) emporragen. Im Jahr 2011 wurden die Speicher in der Abstimmung der Zeitschrift National Geographic Traveler für eines der 7 neuen Wunder Polens anerkannt. Der rekonstruierte Turm Klimek, in der Vergangenheit ein Teil der Burg des Deutschen Ordens, überragt die Stadt. Es lohnt sich, den Turm zu besteigen, von dem das sich schlängelnde Band der Wisła (Weichsel) so weit das Auge reicht zu sehen ist. Beim Spaziergang durch die Stadt entdecken Sie Überreste der Schutzmauern aus dem 14. Jahrhundert mit dem Wodna-Tor (Wassertor), die monumentale gotische Basilika, drei barocke Klosteranlagen: der Benediktinerinnen, der Jesuiten und der Reformatoren.

Die in dem 18. Jahrhundert errichtete Zitadelle in Grudziądz, eines der herrlichsten Objekte der militärischen Kunst in Europa wird die Kenner der Befestigungsanlagen beeindrucken. Ein sentimentales Denkmal des Ulanen und des Mädchens knüpft an die Kavallerietraditionen der Stadt an. Grudziądz liegt auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Die Stadt unterbreitet ein Angebot ebenfalls den Wassersportliebhabern – der sanierte Schulz-Hafen lädt in den interessant entworfenen Yachthafen Marina Grudziądz ein.

 

Mit dem Zug in den Abgrund der Geschichte

 

Region Pałuki

Wenn Sie in einen Wagen der Schmalspurbahn einsteigen, dann werden Sie eine Zeitreise unternehmen...

Anfangsstation: Żnin. Endstation… Wer weiß?

 

Mit Traditionen und einer sehr interessanten Geschichte der Region Pałuki und der Stadt Żnin kann man sich in dem Museum der Region Pałuki vertraut machen, das in der gotischen Bastei und in dem Gebäude der Stadtverwaltung seinen Sitz hat. Kaum jemand weiß, dass eben hier polnische Magazine und Frauenzeitschriften mit der Zeitschrift „Moja Przyjaciółka” (Meine Freundin) an der Spitze entstanden sind. In dem anliegenden Ort Wenecja ist es nicht schwer, sich wie ein Kind zu fühlen und mit Freude die Welt der Schmalspurbahnen zu entdecken. Das Schmalspurbahnmuseum, gelegen am Fuße einer mittelalterlichen Burg, ist das größte Freilichtmuseum für Dampflokomotiven und Triebfahrzeuge für das Gleis mit einer Spurweite von 600 mm in Europa. Es lohnt sich, diese einzigartige Ausstellung während der Veranstaltung „Nacht mit Dampflokomotiven in Wenecja“ zu besuchen. Dampfende Lokomotiven, beleuchtete Exponate und stilvolle Musik verursachen, dass jeder der Magie dieses Ortes erliegt und sich so wie ein Fahrgast des „Schmalspurbahn-Bahnhofs“ aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts fühlt. Der nächste obligatorische Halt auf der Reise durch die Region Pałuki ist das Archäologische Museum in Biskupin – das bekannteste archäologische Reservat Mitteleuropas. Das sind u.a. Rekonstruktionen einer Siedlung aus dem Neolithikum vor 6000 Jahren, einer Lausitzer Siedlung aus der Zeit vor 2700 Jahren und eines Dorfes aus der Epoche der frühen Piastendynastie. Das im September stattfindende Archäologische Fest stellt das Alltagsleben der ehemaligen Einwohner von Biskupin dar. Weiter führt der Weg nach Gąsawa. In der dort gelegenen hölzernen Nikolaikirche werden Sie sich für Wandgemälde aus der Barockzeit begeistern.

Die letzte Haltestelle auf der Bahnstrecke der Schmalspurbahn setzt unserem Abenteuer in der Region Pałuki kein Ende. Auf uns warten weitere einzigartige Orte, u.a. das Schloss Lubostroń – einer der am besten erhaltenen Residenzkomplexe in Polen, dem die berühmte italienische Villa Rotonda zugrunde liegt.

 

Archäologisches Fest in Biskupin

Nacht mit Dampflokomotiven in Wenecja

Archäologisches Museum in Biskupin

 

S.07

 

Ursprung Polens

 

Piastenroute

 

Die Annäherung an den Ursprung und die Suche nach Antworten auf die wichtigsten Fragen sind im Leben jedes Menschen anwesend. Wie hat der polnische Staat in den ersten Jahrhunderten seiner Existenz ausgesehen? Die Herrschaftszeit der Piastendynastie verbirgt sicherlich noch viele Geheimnisse, aber die uns durch das Gebiet Großpolens, das Land Kujawy (Kujawien) und die Region Pałuki führende Piastenroute ist so wie ein offenes Geschichtsbuch. Die Piastenroute enthüllt Denkmäler und Orte, die Zeugen unserer Geschichte waren.

 

Kruszwica begrüßt die Gäste mit dem auf dem Burghügel emporragenden gotischen Mäuseturm. Das ist ein Überrest der Burg Kasimirs des Großen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Der Mäuseturm ist 32 m hoch und von der Turmspitze breitet sich ein Blick auf die Stadt und den wegen der Sagen bekannte See Gopło aus. In Kruszwica befindet sich ebenfalls die älteste Kirche auf dem Land Kujawy – die romanische Petrus- und Paulus-Stiftskirche aus der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. In Mogilno erheben sich die malerisch von dem See umgebene Apostel-Johannes-Kirche und ein im 11. Jahrhundert durch Benediktiner gegründeter Kloster. In den Kirchenkrypten kann man den christlichen Geist der Vergangenheit spüren. Das Klostergemäuer beschützt den ältesten Brunnen in Polen. In der Dreifaltigkeitsbasilika in Strzelno ist ein wahrer Schatz, und zwar romanische Säulen mit Personifizierungen der Tugenden und Untugenden zu finden. An der Basilika befindet sich die Hl.-Prokop-Rotunde – der größte Bau mit kreisrundem Grundriss aus der Romanik. Die steinerne romanische Kirche der Heiligen Jungfrau Maria ist das älteste Baudenkmal in Inowrocław (Hohensalza). An Kirchenmauern sind Flachreliefe zu finden, die Teufel, Tiere und Menschen darstellen. Sie symbolisieren die grundlegenden Wahrheiten des christlichen Glaubens (nach der Legende schützten sie die Gläubigen vor den bösen Mächten). Eine der ältesten gotischen Domkirchen in Polen kann man in Włocławek (Leslau) bewundern. Im Innenraum des Domes Mariä Himmelfahrt befindet sich ein wertvolles Marmorgrab des Bischofs Piotr von Bnin, das aus der Werkstatt von Veit Stoß stammt. Brześć Kujawski, der ehemalige Sitz der Herzöge von Kujawien aus der Piastendynastie, war die Heimatstadt von Władysław Łokietek (Władysław I. Ellenlang). In Kowal ist Kazimierz III Wielki (Kasimir d. Große) auf die Welt gekommen. Żnin war in der Herrschaftszeit der Piasten ein beliebter Sitz der polnischen Kirchenoberhäupter. Hier waren Könige oft zu Gast – Kazimierz III Wielki (Kasimir d. Große) und Władysław Jagiełło (Władysław II. Jagiełło). Hier erteilte man die Bischofsweihe und wurden für den Staat schwerwiegende Entscheidungen getroffen. Der Verlauf der Piastenroute über Biskupin begründet die Wiederherstellung in dem archäologischen Reservat eines Dorfes aus der Zeit der frühen Piastendynastie.

 

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